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Vitamin D-Mangel

Welche Rolle spielt das Vitamin D für die Knochengesundheit?
Vitamin D ist das wichtigste Vitamin im Knochenstoffwechsel. Es fördert die Kalziumaufnahme im Darm und ist erforderlich für die Mineralisation (Verkalkung) des neu gebildeten Knochengewebes. Darüber hinaus beeinflusst es die Muskelfunktion positiv. Es wird in Internationalen Einheiten (IE) oder auch in µg angegeben. Laut osteologischen Fachgesellschaften ist eine Zufuhr von 1000 IE (25 µg) präventiv in der Entwicklung einer Osteoporose.
Kinder mit einem Vitamin D-Mangel entwickeln eine Rachitis, die zu Knochenschmerzen, Verformungen der Knochen und Wachstumsstörungen führt. Daher erhalten Kinder zur Vorbeugung einer Rachitis regelhaft über einen längeren Zeitraum Vitamin D.
Beim Erwachsenen kann ein ausgeprägter Vitamin D-Mangel über einen längeren Zeitraum zu einer Osteomalazie (Knochenerweichung) führen. Dies ist allerdings ein seltenes Krankheitsbild, oftmals begünstigt durch eine chronische Nieren- oder Darmerkrankung. Häufig sind jedoch geringere Vitamin D-Defizite, die keine Beschwerden verursachen und die durch eine reduzierte Kalziumaufnahme im Dünndarm zur Entwicklung einer Osteoporose beitragen. Auch diese verläuft zunächst ohne erkennbare Zeichen, hier kann nur eine gezielte Untersuchung Aufschluss geben.

Ist ein Vitamin D-Mangel häufig und wer ist betroffen?
Der Bedarf an Vitamin D wird beim Erwachsenen zu etwa 90% durch die Produktion in der Haut unter dem Einfluss der ultravioletten Strahlung der Sonne gedeckt. Unsere Nahrung ist arm an Vitamin D und trägt nur mit etwa 10% zur Versorgung bei, so enthalten z. B. 24 l Milch die erforderliche Menge von 800 IE Vitamin D. Eine Vitamin D Mangel besteht in der normalen mitteleuropäischen Bevölkerung ein Leben lang. Dunkel pigmentierte Menschen, die in Sonnen armen Regionen leben, sind häufiger betroffen als Hellhäutige. Der Vitamin D Bedarf ist bei übergewichtigen Menschen größer als bei normalgewichtigen. Mit zunehmendem Alter wird ein Vitamin D-Mangel häufiger, bedingt durch geringere Sonnenbestrahlung und mit dem Alter nachlassende Vitamin D-Produktion in der Haut. Hinzu kommt, dass in unseren Breiten durch die tief stehende Sonne im Winter von Oktober bis März die  ultravioletten Strahlen nicht mehr die Atmosphäre durchdringen. Daher kann im Winterhalbjahr kein Vitamin D gebildet werden, so dass die Speicher in der Muskulatur und im Fettgewebe im Sommer aufgefüllt werden müssen.
Bei sonst gesunden Erwachsenen ist damit zu rechnen, dass jenseits des 60. Lebensjahres etwa 80% unzureichend mit Vitamin D versorgt ist. Noch sehr viel häufiger ist ein Mangel bei alten und behinderten Menschen, z. B. Heimbewohnern, die auch in den Sommermonaten nicht in der Lage sind, sich ausreichende Zeit an der frischen Luft aufzuhalten. Generell hat der Vitamin D Spiegel in der Bevölkerung in den letzten 15 Jahren abgenommen. Die Ursachen sind unklar.

Wie kann ein Vitamin D-Mangel erkannt werden und was ist zu tun?
Ein Vitamin D-Mangel kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Dabei sollte die Speicherform des Vitamin D, das 25-Hydoxycholecaciferol bestimmt werden. Die Bestimmung des aktiven Vitamin D, des 1,25-Dihydroxycholecalciferols ist nur in ausgewählten Fällen sinnvoll. Bei bestehendem Mangel sollte zusätzlich eine Knochendichtemessung durchgeführt werden, um eine Osteoporoseentwicklung rechtzeitig zu erkennen. Das Vitamin kann problemlos als Tablette oder Tropfen zugeführt werden, manchmal in Kombination mit Kalzium, wenn diesbezüglich eine Mangelversorgung vorliegt. Dabei reicht die Vitamin D Dosis in den Kombinationspräparaten häufig nicht aus, so dass Vitamin D zusätzlich zugeführt werden muss. Regelmäßiger Aufenthalt im Freien (60 Minuten täglich) ist sinnvoll, im höheren Lebensalter aber oft nicht ausreichend, um eine angemessene Vitamin D-Versorgung sicher zu stellen. Vitamin D-haltige Lebensmittel sind Eier (15 Eier enthalten 800 IE), und Seefisch (500g Makrele), aber der Gehalt an Vitamin D ist bei üblichen Mengen nicht ausreichend.

Andere Wirkungen des Vitamin D

Vitamin D wirkt nicht nur auf den Knochen, sondern auch andere Gewebe. So konnte z. B. bei Altenheimbewohnern gemessen werden, dass eine Vitamin D Gabe von mindestens 800 IE täglich das Sturzrisiko senkt. In der Neurologie spielt Vitamin D bei der multiplen Sklerose und der Polyneuropathie eine Rolle. Es hat wahrscheinlich entzündungshemmende Wirkungen. Deswegen werden Zusammenhänge mit Autoimmunerkrankungen und Infektionen, wie z. B. Influenza beobachtet. Tumorpatienten mit Vitamin D Mangel haben eine schlechtere Prognose. deswegen erhalten viele Tumorpatienten vorbeugend Vitamin D. Da diese Ergebnisse noch nicht seit allzu langer Zeit bekannt sind, wird auf diesem Gebiet weiter geforscht. Warum es diese Zusammenhänge gibt, ist noch nicht abschließend geklärt.


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Osteoporose, Xtreme CT, x-treme CT, DXA, Knochendichte, Knochenstruktur, Dr. Isolde Frieling, Prof. Hans-Peter Kruse